Die Transmediale: Das Verbindungsstück Kunst zwischen neuen Technologien und Netzkultur

Transmediale, Kunst, postdigitale Kultur
Der Chaos Computer Club ist nur einen Monat her, und schon zwitschert es aus Berlin: Die Transmediale steht vor der Tür und richtet sich an den Ottonormal-User. Es lohnt sich hinzugehen, denn die Transmediale zeigt: „.Meine Gedanken zum Netz teilen auch andere.“ fotocredit ©free pics Anum Hussain | @anum

Ende letzten Jahres tagte der Chaos Computer Club in Hamburg. Dort ließen die Hacker und Haeckse mit ihren Vorträgen über Datensicherheit und Co. die Schaltkreise der Medien verrückt spielen. Die Hackern und Haeckse kritisierten mit erhobenem Daumen den nachlässigen Umgang unserer Daten kritisierten, wohingegen die Künstler bei der Transmediale in Berlin einen anderen Ansatz verfolgt. #transmediale #berlin #kunst #chaos computer club

Dort setzen sich Künstler innerhalb von vier Tagen im Haus der Kulturen der Welt mit der Frage auseinander, wie verändere ich mich im Web 2.0 und durch die kontinuierliche Flut an medialem Input. So zeigen uns die Künstler in Berlin, wie unser Denken, unsere Beziehungen und unsere Lebenswelt schon längst mit den digitalen Fasern verwoben sind. Das Internet ist zu einem Ort geworden, wo sich Menschen in Gilden zusammenrotten, um gegen das Unrecht in der Welt oder im eigenen Vorgarten einzutreten. Es ist aber auch ein Schauplatz, in dem sich Prominente oder Max Mustermann gegen Trolle zur Wehr setzen, weil eben jene Freiheit zu groß zu sein scheint, dass jeder der Meinung ist, im Schutz der Anonymität zu agieren. Man könnte meinen, dass die Netzkultur auf dem Prüfstand stehe, dabei ist es nicht, ob so eine Kultur überhaupt existiert.

Wenn Facebook ein Land wäre, es wäre das dicht besiedelste der Welt. So stellt sich die Frage, ob wir gerade dabei sind, Netianer zu werden und uns im Netz einen neuen Lebensraum erschließen – oder sind wir dabei uns in den Weiten des Word Wide Webs zu verlieren? Denn in den sozialen Medien teilen wir gerne und viel. Wir teilen auch Menschen, denen wir nie zuvor begegnet sind und nie begegnen werden, unsere Meinung mit. Mit dem alten religiösen Wert des Teilens mag dies manchmal noch etwas zu tun haben, aber meistens interessiert der Egoismus der Trolle die wenigsten.

Wie – und nun sind wir wieder bei den Hackern und Haeckse – können wir uns schützen, nicht nur vor Trollen und Orks, sondern auch ein Eindringen in unsere digitale Privatsphäre verhindern. Wie können wir wieder Herr im eigenen Haus werden? Bei der Transmedialen sprechen keine Hacker und Haecksen diese Probleme an, stattdessen nehmen sich Künstler ihrer an.

Letztlich versuchen sie hier durch einen künstlerischen Ansatz die Beziehung des Individuums zum Netz zu nutzen, und das Bewusstsein für die vier großen Datenstränge Handeln, Erschaffen, Teilen und Sichern zu wecken. Um uns nicht in den viralen Wirren zu verlieren, sondern mit unserem Output etwas positives zu schaffen, müssen diese vier Datenstränge in unserer Hand liegen.

 

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