Auf einmal Wossi

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Im Geschichtsunterricht waren sie immer die Bösen, #heute kann man, um ehrlich zu sein, mit dem Begriff „Ossi“ wenig anfangen. Um das zu ändern, habe ich mich für ein Studium im Osten entschieden. So wurde ich zu einem im Osten lebenden Wessi, kurz Wossi. (C) Ricardo Annandale

 

Klischee, Realität und irgendetwas dazwischen

Neben der Möglichkeit ein anderes Stück #Deutschland kennenzulernen, lockte natürlich
auch die Aussicht in einer günstigen Großstadt wie #Dresden oder #Leipzig leben zu
können. In meiner Vorstellung entstand ein unbeschwertes #Bild meines künftigen
Ost-#Lebens, das von billigen Mieten in den angesagtesten Stadtteilen und niedrigen
Getränkepreisen in #herrlich ranzigen #Clubs gespickt war. Die Sache mit den Getränken
traf stellenweise zu. Dennoch übertrifft eine #lokale, #faire Limo ein kapitalistisches
Süßgetränk, wie #CocaCola, preislich, und wir Ossis und Wossis zahlen gerne den einen
Euro mehr, für eine #bessere #Welt versteht sich.
Apropos Klischees. Bei meiner Ankunft wurden meine vorurteilsbehafteten Erwartungen
enttäuscht, weil ich weniger #Ronnies, Mandys oder Cindys getroffen habe als erwartet.
Aber in seltenen Fällen entspricht dieses Klischee der Realität. Wenn mir dann ein Ronnie
über den Weg läuft, unterdrücke ich bis heute ein Grinsen. In solchen #Momenten ärgere
mich insgeheim über mich selbst, dass ich nach all den Jahren in meine alten Denkmuster
zurückfalle.

Billige Wohnungen im Kiez – das Ende eines Traums

Wohnungen mit Kohle zu wärmen, das klingt herrlich nach Osten. Allerdings ist die
Gentrifizierung auch an den Grenzen zu #Polen oder Tschechien angekommen. Ein
Kohleofen erwärmt alte Häuser mit wunderschön hohen Decken genauso gut, wie eine
Zentralheizung, aber die erzeugte Wärme ist anders, sie fühlt sich richtig gemütlich, ja
heimelig an. Wenn wirklich jedes #Haus dem Sanierungswahn zum #Opfer gefallen ist, und auch diese antiquierte Heizform ausgestorben ist, wird sie bestimmt nicht nur mir fehlen. Mit ihr verschwindet auch der für #Studenten, junge #Familien und Geringverdiener erschwingliche Wohnraum in attraktiven Vierteln. Schade eigentlich.

Und heute so?
Wer heute durch den Osten fährt, bemerkt neben leeren und einwandfreien Autobahnen,
dass Helmut Kohl Recht behalten hat: Die Landschaft blüht.
Zur Nachwendezeit war ich noch zu jung, um diesen rasanten Entwicklungsprozess
wahrzunehmen. Wahrscheinlich hätte er mich, wie der Rest der Wessis, gar nicht
interessiert. Aber ich sehe sie jetzt blühen und genieße ein #Wochenende im Thüringer
Wald oder in der Sächsischen #Schweiz genauso, wie eines im Schwarzwald oder dem
Siebengebirge. Diese Naherholungsgebiete garantieren Wanderspaß, der weniger als eine
Stunde von der nächsten Großstadt entfernt ist.
In den Städten wiederum sind die hippen Studenten-/Familienviertel #progressiv und
wecken die Neugier auf alternative Lebensmodelle. Bei dem Begriff #Bio schwingt in
Dresden oder Leipzig nach wie vor eine idealistische Vorstellung mit. Hier überwiegt immer noch die Vorstellung einiger, dass mit verändertem Konsumverhalten Einfluss auf die Lebensmittelindustrie ausgeübt werden kann. Hier spielt das Geltungsbedürfnis keine Rolle, sich mittels seiner Ernährung gesellschaftlich zu profilieren.
Generell ist mein Leben im Osten wesentlich entspannter, als ich es aus meiner West-#Heimat kenne. Der Umgang miteinander ist offener, man spricht miteinander über alles.

Schade nur, dass ich dieses Gefühl mit so wenigen teilen kann, denn nach wie vor bin ich
diejenige die Familie und Freunde im Norden, Westen oder Süden der Republik besucht. Es
scheint, als ob sich immer noch viel zu wenige für den Osten interessieren.

Osten und Westen sind heute nur noch geografische Angaben. Besuche einen #Deutschkurs in Deutschland oder Österreich,  erweitere dein Sprachwissen und werde ein Teil der deutschen Kultur!

Wo Du uns auch besuchen kannst:

http://www.berlin-training.eu

http://www.sprich-deutsch.de

http://www.spanish-training.org

http://www.italianoitaliano.com

http://www.academia-malaga.com

Was lese ich in diesem Jahr nur?

21-03-16

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In den kommenden vier Tagen wird es spannend #Leipzig, denn wohl eine der wichtigsten Messen des Osten tagt. Eindrücke von Lesungen, #Poetry Slams oder jede Menge Lesestoff für dieses Jahr werden die Besucher nach Hause mitnehmen.(c)Christina H.

Antworten bietet die Leipziger Buchmesse, auf der nicht nur Vertreter des Medien- und Buchmarktes zum ersten Mal in diesem Jahr zusammenkommen, sondern auch ausgewählte Nachwuchstalente mit ihren Erstlingswerken stellen sich hier vor. Das ist der Grund, warum die Messe in Leipzig zu einem der wichtigsten Impulsgeber des Buchmarktes gezählt wird.

Ganz nebenbei schafft das Lesefestival Leipzig liest Begegnungen zwischen Autoren und Lesern entweder mitten in der sächsischen Innenstadt oder ganz klassisch auf dem Messegelände. Mit ihrem einmaligen #Festival wandelten die Veranstalter der Messe gemeinsam mit der Stadt das Image der Messe hin zur Publikumsmesse und feiern mit diesem Konzept seit nun mehr 25 Jahren glänzende Erfolge. Dadurch, dass die Besucher stärker in den Fokus gerückt wurden, kann sich die Leipziger Buchmesse nach wie vor als zweit wichtigste Buchmesse des Landes gegenüber der großen Schwester in #Frankfurt behaupten.

Cosplay Leipziger Buchmesse 2016
Neben den üblichen Verdächtigen, etablierte Buchverlage oder Rundfunkanstalten, öffnet man in Leipzig auch seine Tore für #Japan Liebhaber aus dem ganzen Land und denjenigen, die es einmal werden wollen. Seit Jahren ist die #Manga – #ComiCon Bestandteil der Messe und bietet von #Cosplay bis zu Rollenspielen alles, was die schrägen Subkulturen #Shibuyas zu bieten haben. (c)Christina H.

Neben den üblichen Verdächtigen, etablierte Buchverlage oder Rundfunkanstalten, öffnet man in Leipzig auch seine Tore für #Japan Liebhaber aus dem ganzen Land und denjenigen, die es einmal werden wollen. Seit Jahren ist die #Manga – #ComiCon Bestandteil der Messe und bietet von #Cosplay bis zu Rollenspielen alles, was die schrägen Subkulturen #Shibuyas zu bieten haben.

Auch die #Digitalisierung hält Einzug in Leipzig. Die Auswirkungen technischer Innovationen auf künftige Lesegewohnheiten beschäftigen nach wie vor den Buchmarkt im Umbruch und wo, wenn nicht hier, können sich Autoren, Verleger, Leser oder Computerspezialisten besser untereinander mit ihnen auseinandersetzen.

In dem #Startup Village #Neuland 2.0. stellen sich 14 junge Startup Unternehmen mit ihren Produkten vor, zu denen beispielsweise multimediale Schulbücher oder neuste Lesetechnologien für Leser mit Leseschwäche und vieles mehr zählen. Deren zukunftsweisenden Prototypen haben sie zum Ausprobieren praktischerweise gleich dabei und ebnen den Weg hin zur digitalen Zukunft, in der sich die meisten von uns schon längst befinden.

Mit ihrer ersten Bloggerkonferenz, „buchmesse:blogger session 16“, möchten die Veranstaltern den Austausch zwischen Bloggern und Verlegern erleichtern. Auch hier schließt man sich einem längst alltäglichen Trend an. Aber das Beispiel #Zoella zeigt, dass sich auch ein Blick ins Netz lohnt, um hoffnungsvolle Talente zu entdecken, die sich mit ihrer Präsenz im Netz quasi selbst vermarkten.

Deshalb lässt sich nur hoffen, dass die Welt der Bücher auf der Leipziger Buchmesse aus ihrem #Winterschlaf erwacht und mit jeder Menge Nachwuchs online wie offline in das neue Buchjahr startet. Die Messe selbst hat gezeigt, wie man sich Stück für Stück neuerfindet, hoffen wir einmal, dass sich auch die etablierten Verlage von diesem Wandel anstecken lassen. Die steigenden Besucherzahlen der letzten Jahre zeigen von Leseverdruss ist keine Spur, nur müssen auch die Vertreter des Medien- und Buchmarktes die neuen Gewohnheiten der Leseratten einschätzen.

Mehr Infos unter:
http://www.kultur-und-sprache.de
http://www.berlin-training.eu
http://www.sprich-deutsch.de
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http://www.english-worldwide.com